Ein Polymerimplantat der Netzhaut des Auges

Italienische Wissenschaftler haben ein Netzhautimplantat auf der Basis eines photoelektrischen Polymers entwickelt, das laut MIT Tecnology Review lichtempfindliche Zellen ersetzen kann. Die Ergebnisse der Arbeiten von Wissenschaftlern unter der Leitung von Fabio Benfenati vom italienischen Institut für Technologie in Genua wurden in einer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Photonics veröffentlicht.

Die ersten Experimente auf der künstlichen Netzhaut des Auges, Benfenati und seine Kollegen, wurden vor einigen Jahren durchgeführt. Dann konnte eine Gruppe von Wissenschaftlern, bestehend aus Neurologen und Biotechnologen, nachweisen, dass die funktionierenden Neuronen auf einem Polymermaterial namens P3HT-Poly (3-hexylthiophen) wachsen können. Polythiophene können elektrische Impulse als Reaktion auf Licht erzeugen.

In ihrer neuesten Arbeit gingen die Wissenschaftler viel weiter - auf einer mit P3HT beschichteten Glasoberfläche legten sie die Netzhautteile von Ratten mit "nicht arbeitenden" Photorezeptoren an. Im Verlauf der Experimente zeichneten Benfenati und seine Kollegen die elektrische Aktivität von Netzhautneuronen auf. Die Aktivität der Nervenzellen war ähnlich der Aktivität, die sie unter normalen Bedingungen als Reaktion auf Licht zeigen. Außerdem reagierte die Netzhaut mit dem Implantat auf Beleuchtung unterschiedlicher Intensität.

Aus ihrer Arbeit schlossen die Wissenschaftler, dass P3HT als Augennetzhaut bei Patienten mit Pigmentdystrophie und einer Reihe von Formen der Makuladegeneration des Auges verwendet werden kann. Jetzt begannen Wissenschaftler, ihre Erfindung an Ratten zu testen, die an retinaler Pigmentdystrophie litten, einer Krankheit, bei der lichtempfindliche Zellen (Stäbchen und Zapfen) geschädigt sind.

Im Februar dieses Jahres wurde ein weiterer Bericht über die erfolgreiche Anwendung einer bionisch implantierbaren Netzhaut des Auges erhalten, mit deren Hilfe die Ärzte neun blinden Patienten die Sehkraft zurückgaben.